Sicherheit für Mutter und Kind
Ist es normal, dass mir morgens oft schlecht wird? Wie entwickelt sich das Baby in meinem Bauch? Nehme ich genug zu? Wenn sich ein Baby ankündigt, haben werdende Mütter und Väter viele Fragen. Antworten bekommen sie von ihrem Frauenarzt, denn bis zur Geburt ist ein umfangreiches Sicherheitspaket für Mutter und Kind vorgesehen.
Jede werdende Mutter sollte regelmäßig zu ihrem Frauenarzt gehen, auch wenn sie sich rundum wohl fühlt. Den Wert häufiger medizinischer Kontrollen zeigen Studien immer wieder: Die Chance auf ein gesundes Baby ist umso größer, je früher eine schwangere Frau zum Arzt geht und je seltener sie einen Vorsorgetermin verpasst.
Die meisten Frauen gehen im zweiten Schwangerschaftsmonat zum Gynäkologen. Entweder haben sie selbst bereits einen Test mit positivem Ergebnis durchgeführt oder sie ahnen etwas. Zu Beginn einer Schwangerschaft kontrolliert der Arzt alle vier Wochen, ob es Mutter und Kind gut geht, kurz vor der Geburt in kürzeren Abständen.
Erstuntersuchung
Die Erstuntersuchung ist die gründlichste und zeitaufwendigste. Der Frauenarzt stellt Fragen zur persönlichen Lebenssituation und zur Krankengeschichte. Alles, was zum Schutz der Schwangerschaft wichtig ist, spielt eine Rolle, zum Beispiel besondere Belastungen im Beruf oder die Veranlagung zu bestimmten Krankheiten. Mithilfe einer Blutabnahme wird unter anderem geklärt, ob die werdende Mutter gegen Röteln immun ist oder eine Hepatitis B-Infektion vorliegt. Ein HIV-Test (AIDS) darf nur mit Erlaubnis der Schwangeren durchgeführt werden, er wird aber empfohlen, um die Ansteckungsgefahr für das Kind verringern. Bei jedem Arztbesuch werden routinemäßig Gewicht und Blutdruck kontrolliert. Eine Urinprobe wird genommen, um zu sehen, ob die Nieren die Veränderungen im Körper gut verkraften. Hohe Zuckerwerte können zudem auf Diabetes hinweisen.
Der Arzt tastet den Stand der Gebärmutter ab und überprüft damit die zeitgerechte Entwicklung des Babys. Außerdem steht die Kontrolle der kindlichen Herzaktion auf dem Vorsorgeprogramm. Besteht weder der Verdacht noch das Risiko, dass es dem Ungeborenen nicht gut geht, halten Fachleute drei Ultraschalluntersuchungen für ausreichend.
Ultraschall
Der erste Ultraschall zwischen der 9. und 12. Woche soll klären, ob die Schwangerschaft intakt ist und ob ein oder mehrere Babys unterwegs sind. Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung (19. bis 22. Woche) wird besonders auf Fehlbildungen geachtet. Die dritte Untersuchung ist zwischen der 28. und 32. Woche vorgesehen. Dann guckt der Arzt, ob das Ungeborene richtig wächst, ob seine inneren Organe in Ordnung sind und ob genug Fruchtwasser vorhanden ist. Der Arzt kann weitere Ultraschalluntersuchungen durchführen, wenn er sie für medizinisch notwendig hält.
Im letzten Schwangerschaftsdrittel sind regelmäßig Kontrollen des kindlichen Herztons mit dem Wehenschreiber (Kardiotokograph) vorgesehen.
Wenn Sie Fragen zum Verlauf der Schwangerschaft und zur Geburt haben, sollten Sie die Vorsorgetermine der Krankenkassen nutzen. Je mehr Sie darüber wissen, desto leichter können Sie Entscheidungen treffen, die für Sie und Ihr Baby gut sind.