Schwangerschaftsbeschwerden
 

Während der Schwangerschaft vollbringt Ihr Körper Höchstleistungen. Hormone sorgen für die notwendigen Veränderungen, wirken dabei auf alle Organfunktionen ein. Auch das wachsende Baby fordert Anpassung an die anderen Umstände. Dies kann begleitet sein von lästigen, aber meist harmlosen Befindlichkeiten.

Sodbrennen

Sodbrennen, saures Aufstoßen und Völlegefühl können schon in den ersten Monaten auftreten. Diese Symptome verstärken sich, wenn die hoch stehende Gebärmutter später gegen den Magen drückt. Essen Sie nur kleine Portionen, mehrere über den Tag verteilt. Meiden Sie schwer verdauliche Speisen. "Säurelocker" sind häufig grobes Vollkornbrot, frisches Hefegebäck, Süßwaren, Zitrusfrüchte und Kaffee. Laufen Sie nach den Mahlzeiten noch ein bisschen umher und schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper. Auch schluckweise kalte Milch, frisch gepresster Saft aus rohen Kartoffeln oder in Wasser gelöste Heilerde mildern das unangenehme Brennen.

Übelkeit und Erbrechen

In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten löst die Hormonumstellung bei den meisten Frauen Übelkeit, gelegentliches Erbrechen sowie Geruchs- und Geschmacksveränderungen aus. Gegen die morgendliche Übelkeit hilft es, noch vor dem Aufstehen im Bett zu frühstücken. Stellen Sie sich abends Knäckebrot, Zwieback, Kekse oder Cracker bereit; zum Trinken ein Glas Milch oder eine Thermoskanne mit warmem Tee, z. B. aus Pfefferminze, Kamille oder Melisse. Tagsüber sollten Sie zwischendurch immer eine Kleinigkeit essen. Ein leerer Magen und das Absinken des Blutzuckers verstärken die Übelkeit. Bei häufigem Erbrechen müssen Sie trotzdem ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Probieren Sie aus, was Ihren Magen besser beruhigt: eiskalte Getränke wie Wasser, Tee oder koffeinfreie Cola in kleinen Schlucken, lauwarme Haferschleim Milchsuppe oder Gemüsebrühe. Auch wenn Sie sich elend fühlen dem Baby geht es in der Regel gut. Es besteht sogar ein geringeres Fehlgeburtsrisiko. Über anhaltendes Erbrechen sollten Sie selbstverständlich Ihrem Arzt berichten.

Verstopfung

Harter Stuhlgang ist die Folge der verlangsamten Darmpassage. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten und Gemüse Obst Rohkost sowie reichliches Trinken und viel Bewegung beugen der Darmträgheit vor. Greifen Sie keineswegs zu Abführpräparaten, sie können Wehen auslösen. Milchzucker, eingeweichte Dörrpflaumen, in Jogurt eingerührte Leinsamen oder ein Glas kaltes Wasser, morgens auf leeren Magen getrunken, bringen auf natürliche Weise Abhilfe. Eine regelmäßige Verdauung lindert auch die Beschwerden, falls sich am Enddarm Hämorrhoiden (knotige Venenerweiterungen) bilden.

Rückenschmerzen

Von Rückenschmerzen werden fast alle werdenden Mütter in den letzten Wochen geplagt, wenn das Gewicht des Bauches die Wirbelsäule belastet. Vermeiden Sie schweres Heben und Tragen. Gehen Sie in die Hocke oder auf die Knie, statt sich zu bücken. Achten Sie bewusst darauf kein Hohlkreuz zu machen. Schwimmen, vor allem in Rückenlage, und gezielte Gymnastik wirken der einseitigen Belastung entgegen. Eine heiße Dusche lockert die Verspannungen. Als wohltuend werden Sie eine Rückenmassage von Ihrem Partner empfinden; er kann dabei auch einen lgelball benutzen.

Unterleibsschmerzen

Treten Unterleibsschmerzen wie kurz vor der Periode und/oder ziehende Kreuzschmerzen auf, können sie eine Fehl oder Frühgeburt ankündigen. Wenn eine Blutung hinzu kommt, muss unverzüglich liegend das Krankenhaus aufgesucht werden. Mit leichtem Ziehen in den Leisten macht sich manchmal ab der 10. Woche das Wachsen der Gebärmutter bemerkbar. Das ist kein Grund zur Beunruhigung.

Kopfschmerzen

Sie sind eine häufige Begleiterscheinung der Frühschwangerschaft. Bewegung in frischer Luft hält den Kreislauf in Schwung, eingelegte Ruhepausen und mehr Schlaf entspannen den Körper, reichliches Trinken und regelmäßiges Essen gleichen Stoffwechselschwankungen aus, wodurch die Kopfschmerzen wieder vergehen, Nehmen Sie keine Tabletten ein, die könnten dem Ungeborenen schaden. Reiben Sie stattdessen Minzöl auf Stirn und Schläfen oder legen Sie eine kalte Kompresse auf. In der Spätschwangerschaft kann starker oder plötzlich auftretender Kopfschmerz bei bestehendem hohen Blutdruck, wovon Sie vielleicht gar nichts wissen, Anzeichen einer ernsten Form von Gestose sein. Sollte es Ihnen nicht gut gehen, lassen Sie sich sofort ärztlich untersuchen!

"Dicke Beine"

Jede dritte Schwangere plagt sich mit geschwollenen Beinen, Wadenkrämpfen oder Krampfadern. Hier ist ein Besuch beim Arzt sinnvoll. Helfen Sie Ihren "dicken Beinen" auf die Sprünge! Mit Kompressionsstrümpfen können Sie schwache Venen und Krampfadern therapieren und Thrombosen und Ödeme verhindern. Sie unterstützen und erleichtern den Bluttransport in Richtung Herz. Stützstrümpfe beugen lediglich vor! Spezielle und gezielte gymnastische Übungen, Wechselduschen, sanfte Bürstungen (immer in Richtung Herz!) und viel Bewegung tun Ihren Beinen gut.

Schwangerschaftsstreifen

In der Werbung sehen die schwangeren Frauen immer schön, lächelnd und glücklich aus. Die viel beschriebenen Aufs und Abs, die Sie während der Schwangerschaft durchleben, haben hier ebenso wenig Platz, wie die vom Ideal abweichenden Veränderungen, die Ihr Körper in dieser Zeit durchmacht. Wie viel Frauen Schwangerschaftsstreifen bekommen, ist unklar. Die Angaben reichen von einem Drittel bis zu 90 Prozent. Ebenso unklar sind die Ursachen: Favorisiert wird derzeit die Theorie von der vererbten Bindegewebsschwäche, die bei manchen Frauen mehr, bei anderen weniger stark ausgeprägt ist. Die Haut am Bauch, den Oberschenkeln, der Hüfte und am Rücken dehnt sich nach und nach. Wenn das Bindegewebe nicht mehr nachgibt, reißt es. Auch bei Wachstumsschüben ab dem 4. Monat kann die Haut reißen. Meist juckt sie oder brennt dabei ein wenig. Für das Bindegewebe können Sie in gewissem Umfang etwas tun:

  • Wechselduschen zur Durchblutungsförderung
  • sanfte Massagen, z. B. mit einem Luffa-Handschuh
  • das tägliche "Zupfen" (Haut zwischen Zeigefinger und Daumen nehmen und wieder loslassen)
  • Verwendung von paraffinfreien Körperlotionen oder Pflanzenöl zur Erhaltung der Geschmeidigkeit

Fest steht: Schwangerschaftsstreifen kann man vorbeugen, sicher verhindern lassen sie sich jedoch nicht.