Muss die monatliche Regel wirklich sein? Manch eine Frau fühlt sich ohne viel wohler
Ein Leben ohne Menstruation bietet vielen Frauen mehr Freiheit in Beruf und Freizeit. Körperliche Nachteile müssen sie dafür nicht in Kauf nehmen. Nie wieder Monatsblutungen, freut sich Ramona. Die 36jährige Mutter von drei Kindern hat sich gerade von ihrem Frauenarzt darüber aufklären lassen, dass sie in Zukunft auf ihre Regel weitgehend verzichten kann. Sie muss ihr Verhütungsmittel, eine niedrig dosierte gestagenbetonte Einphasen-Pille (Mikropille), nur ohne Unterbrechung über mehrere Monate hinweg einnehmen. In der anschließenden "Pillenpause" kommt es dann zu einer normalen Abbruchblutung. Frauenärzte sprechen hierbei von einem Langzyklus- oder Langzeit-Schema.
Weniger Schmerzen, mehr Lebensfreude
Durch die Verschiebung beziehungsweise Unterdrückung der monatlichen Blutung bekommen Frauen ein erhebliches Stück mehr Lebensqualität. Denn häufige Begleitbeschwerden der Menstruation wie Krämpfe, Bauch- oder Kopfschmerzen sowie menstruationsbedingte Migräne verschwinden meist. Außerdem verbessert die kontinuierliche Langzeit-Einnahme der Hormone noch die empfängnisverhütende Wirkung der Pille. Auch wenn einmal ein Dragee vergessen wurde, kommt es nicht so schnell zu einer Schwangerschaft wie unter dem Monatsschema.
Ramona freut sich nun nicht nur über eine sichere Verhütung, sondern vor allem darüber, dass sie jetzt ohne Einschränkungen jederzeit Sport treiben kann und nicht mehr an Tampons und Binden denken muss. Dass Frauen genug von der allmonatlichen Quälerei haben, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Emnid: Über 70 Prozent der Frauen und jungen Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren wären froh, wenn sie gar keine regelmäßigen Monatsblutungen mehr hätten.
Bewährt bei Sportlerinnen
Als Vorteile gaben die Frauen an: weniger Menstruationsbeschwerden, geringeren Blutverlust, eine höhere Lebensqualität, bessere Hygiene, geringere Ausgaben für Hygieneartikel und natürlich mehr Flexibilität. Engagierte Sportlerinnen praktizieren das Verschieben der "Tage" schon seit Jahren, um beschwerdefrei an Wettkämpfen teilnehmen zu können. Aber nicht nur die kurzfristige Verschiebung, sondern auch die Unterdrückung der Regel über einen längeren Zeitraum ist machbar und hat keinen Einfluss auf die Empfängnisfähigkeit, wenn die Pille dann ganz abgesetzt wird.
Mediziner unterscheiden dabei drei Varianten:
- die kurzfristige, einmalige Verschiebung der Blutung
- das so genannte Langzyklus-Schema über drei, vier und sechs Monate hinweg
- die kontinuierliche Einnahme über ein Jahr und länger.
Wenn Sie Ihre Regel verschieben oder über einen längeren Zeitraum ganz darauf verzichten wollen, sollten Sie dazu unbedingt Ihren Frauenarzt befragen. Denn nicht jede Pille eignet sich dafür.