| Wie Kinder auf den Geschmack kommen | |
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Babys und Kleinkinder erfahren die Welt zunächst allein durch ihre Sinne. Auch das Riechen und ganz besonders das Schmecken helfen den Kleinsten, sich ein Bild von der Welt zu machen. Alle möglichen Gegenstände werden regelrecht "ausprobiert": Erst werden sie mit den Händen betastet, dann in den Mund gesteckt egal ob es sich um ein leckeres Eis oder eine rostige Schraube handelt. Die Schraube fliegt beim ersten Schmecken meist sofort in die Ecke; das Eis wird dagegen gegessen, weil es der kindlichen Vorliebe für Süßes entspricht. Diese Vorliebe wird uns in die Wiege gelegt. Bereits mit der Muttermilch werden süßliche Geschmacksstoffe an das Kind weitergegeben und die ersten Geschmackseindrücke sind für die Zukunft prägend. Diese natürliche Neigung zum Süßen kann zum Problem werden: Schokoriegel, Bonbons und andere süße Verführer werden in Supermärkten geschickt in Augen und Griffhöhe der Kleinen platziert. Verbote nutzen wenig, denn meist ist die Verlockung größer. Eltern sollten versuchen, den Konsum von Naschwerk in Grenzen zu halten. Nur wer die Geschmacksvorlieben seiner Kinder grundsätzlich akzeptiert, kann gleichzeitig darauf Einfluss nehmen und sie zu einem gesünderen Geschmack erziehen. Sind Kinder beispielsweise auf süßen Fruchtjoghurt versessen, kann man diesen durch das Untermischen von Naturjoghurt strecken, um den Zuckergehalt zu vermindern. Der Sinn liegt auf der Zunge Der Geschmackssinn liegt buchstäblich auf der Zunge. Dort und im Gaumenbereich sind die meisten der so genannten Geschmacksknospen samt Zeilen angesiedelt, die uns signalisieren, was süß, sauer, bitter oder salzig ist. Kinder verfügen im Vergleich zu Erwachsenen über eine höhere Anzahl an Geschmackszellen. Sie schmecken also viel intensiver der Genuss einer leicht sauren Stachelbeere lässt das Kindergesicht zusammenzucken, während Erwachsene ihn eher als erfrischend empfinden. Frische und Abwechslung in der kindlichen Ernährung Eltern dürfen aber nicht sofort nachgeben, wenn die Nahrung nicht dem Kinderwunsch entspricht. Erst wenn das Kind probiert hat und trotzdem auf seinem "Nein" beharrt, sollte etwas anderes probiert werden. Denn Kinder zum Essen zu zwingen, ist weder gut für die Geschmacksentwicklung noch für das Essverhalten als Ganzes. Eine ausgewogene, frisch zubereitete Kost ist das A und 0 für das Training des Geschmackssinns. Nur wenn das Essen abwechslungsreich ist, können die vielen Nuancen geschmeckt und gelernt werden. Fertiggerichte stehen diesem Lerneffekt möglicherweise entgegen. Sie werden nämlich nach standardisierten Verfahren mit immer gleichen Zutatenmischungen hergestellt. Der Geschmack ist bei jeder Portion identisch; die Tütensuppe "X" schmeckt immer genau gleich die hausgemachte Gemüsesuppe wird dagegen immer leichte Geschmacksvariationen aufweisen. www.arztnetzberlin.de - Ärzte schnell und komfortabel finden |