Schnelle Hilfe bei Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Heiserkeit
 

Wenn der Hals schmerzt, sind in neun von zehn Fällen Viren schuld daran. Wer schnell wieder gesund sein will, muss die Viren mit mehreren Mitteln gleichzeitig schlagen. Rezeptfreie Medikamente lindern die Beschwerden. Mindestens genauso wichtig ist es aber, sich richtig zu verhalten. Die wirksamsten Mittel und die wichtigsten Regeln für die Selbstbehandlung:
  • Flüssigkeit: Zur Vorbeugung müssen Sie genügend trinken. Nur wenn die Schleimhäute im Rachen gut befeuchtet sind, kann das Immunsystem die Viren gut bekämpfen. Auch Lutschbonbons, etwa auf Basis von Eukalyptus, halten die Schleimhäute feucht.
  • Frischluft: Überheizte Räume mit trockener Luft beeinträchtigen die Abwehrfunktion der Schleimhäute. Stellen Sie einen Luftbefeuchter auf und kontrollieren Sie die Luftfeuchte mit einem Hygrometer. Gehen Sie öfter an die frische Luft. Wer den Hals mit einem Schal schützt, braucht die Kälte nicht zu fürchten.
  • Vitamine und immunstärkende Mittel: Mit den Viren, die schuld sind an den Beschwerden, muss das Immunsystem selber fertig werden. Deshalb verkürzen immunstärkende Maßnahmen die Erkrankung. Immunstärkende Homöopathika, die sich bei Halsschmerzen bewährt haben, enthalten Aconitum D5, Atropinum sulfuricum D5 und Mercurius bicyanatus D8.
  • Stimme schonen: Durch Heiserkeit verliert die Stimme an Kraft. Wer das auszugleichen versucht, indem er die Stimme anhebt, riskiert chronische Beschwerden. Deshalb gilt: Schweigen ist Gold. Wer reden muss, sollte weder schreien noch angestrengt flüstern, sondern so normal wie möglich sprechen. Auch Flüstern kann der Stimme schaden, weil viele Menschen dabei die Stimmbänder stark aneinander pressen und so die Belastung für die Stimme höher ist als beim normalen Sprechen. Wer heiser ist, sollte sich nicht räuspern. Beim Räuspern schlagen die Stimmbänder mit Wucht aneinander, und die Kehlkopf Schleimhaut ist extremen Belastungen ausgesetzt.
  • Pastillen lutschen: Lutschpastillen regen die Speichelbildung an und halten die Rachenschleimhaut feucht. Pastillen und Bonbons aus der Apotheke enthalten außerdem Stoffe, die die Abwehr der Viren unterstützen. Lassen Sie sich ein Präparat empfehlen, das zu Ihren Beschwerden passt:
    - Gegen Heiserkeit: Geeignet sind Lutschpastillen mit Isländisch Moos, Bonbons mit ätherischen Ölen, etwa aus Latschenkiefer, Eukalyptus. Besonders wirksam sind auch natürliche Salze wie Emser Salz. Denn sie binden Feuchtigkeit und verhindern so die Austrocknung der Schleimhäute.
    - Gegen Schmerzen: Lutschpastillen gegen Halsschmerzen enthalten Pfefferminze oder örtlich betäubende Stoffe wie Lidocain oder Benzocain.
    - Zur Desinfektion: Zusätzlich sind in Lutschpastillen desinfizierende Wirkstoffe enthalten, zum Beispiel Benzalkoniumchlorid, Cetylpyridiniumchlorid, Dequaliniumchlorid oder Hexaharnstoffaluminiumchlorat, Dichlorbenzylalkohol und Pentylcresol.
  • Gurgellösungen: Gurgeln bringt desinfizierende und schmerzstillende Arzneistoffe sehr effektiv auf die entzündeten Schleimhäute. Die Nachteile am Gurgeln: Es gibt Menschen, die nicht gurgeln können, weil es bei ihnen einen Würgereiz auslöst. Zum Gurgeln eignen sich pflanzliche Zubereitungen wie lauwarmer Salbeitee oder verdünnte Lösungen mit Salbei, Thymian und anderen ätherischen Ölen oder auch verdünnte Kamillentinktur. Mittel mit synthetischen Stoffen enthalten desinfizierende Substanzen wie Hexetidin, Chlorhexidin, Dequalinium oder Aluminiumchlorat, eventuell in Kombination mit örtlich betäubenden Wirkstoffen.
  • Sprays: Alternativ zum Gurgeln gibt es auch Rachen-Sprays, die ähnlich wie Gurgellösungen zusammengesetzt sind. Sie enthalten Kamille und desinfizierende Substanzen, eventuell in Kombination mit örtlich betäubenden Stoffen.

Wichtig: Mit richtigem Verhalten und Mitteln aus der Apotheke sollten Halsschmerzen nach wenigen Tagen vorbei sein, sonst müssen Sie zum Arzt gehen. Bei diesen Alarmzeichen müssen Sie sofort zum Arzt: hohes Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden, eitrige Pünktchen auf der Rachenschleimhaut und so genannte Eiterstippchen.