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Nahezu alles kann heutzutage rund um die Uhr über das Internet bestellt werden. Hiervon sind auch Medikamente nicht ausgenommen. Während in Deutschland der Versandhandel mit Medikamenten durch das Arzneimittelgesetz (AMG) bislang generell verboten ist, ist dies in anderen europäischen Ländern und den USA gang und gäbe.
Doch das Internet macht vor diesen Grenzen nicht mehr halt und so steht es jedem frei, per Mausklick weltweit Medikamente einzukaufen. Bei einigen Anbietern können sogar verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept und ärztlichen Rat bezogen werden.
Die Vorteile der Internet-Apotheken liegen auf der Hand: Die Präparate werden schnell und bequem direkt nach Hause geliefert und dies zu deutlich günstigeren Preisen als die heimische Apotheke. Für manchen Kunden spielt gewiss auch die Anonymität beim Einkauf von Schlankheitsmitteln oder potenzsteigernden Mitteln eine Rolle.
Doch der Online-Einkauf von Medikamenten birgt auch Risiken: Je nach Herkunft liegt den bestellten Medikamenten meist nur ein Beipackzettel in der jeweiligen Landessprache bei. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, daß es sich bei weltweit rund zehn Prozent der Präparate um Fälschungen handelt. Zudem sind die angotenen Medikamente zum Teil in Deutschland (noch) nicht zugelassen und unterlaufen die bewährten Sicherheitsstandards des deutschen Arzneimittelgesetzes.
In einer Untersuchung des Instituts für Cyber-Medicine an der Universität Heidelberg wurde bei 22 Anbietern das verschreibungspflichtige und mit Wechsel- und Nebenwirkungen behaftete Potenzmittel "Viagra" online bestellt. 11 der angefragten Anbieter schickten daraufhin einen Online-Fragebogen, der für die Ausstellung eines Rezeptes per Ferndiagnose dienen sollte. Zwei Anbieter verlangten die Vorlage eines Rezeptes, die übrigen 9 Versender waren bereit, die Bestellung ohne jegliche Nachfrage durchzuführen.
Eine erste Reaktion auf diesen nahezu unkontrollierten Handel mit Medikamenten ist das Urteil des Frankfurter Langerichts (AZ 2-03 O365/00), das per einstweiliger Verfügung eine Internet-Apotheke in den Niederlanden schliessen liess.
Für die stetig wachsende Internetgemeinde ist also Vorsicht angeraten: Die Bestellung von Arzneimitteln kann den Besuch beim Arzt oder die Beratung in der Apotheke nicht ersetzen, beim Einkauf von unbedenklichen Präparaten kann bei einem seriösen Anbieter jedoch die ein oder andere Mark gespart werden.
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