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Eine antike Arzneipflanze, die bei Schmerzen schonend hilft
Da synthetische Schmerzmittel teilweise starke Nebenwirkungen haben können, fragen immer mehr Patienten nach sanften Alternativen aus der Natur. Besonders hoch im Kurs steht hier die Weidenrinde. Der Baum ist seit Jahrtausenden als Heilpflanze bekannt und geschätzt. Bereits Hippokrates und viele andere Ärzte der Antike verwendeten die Weidenrinde bei leichten bis mäßigen Schmerzen und Fieber.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckten Wissenschaftler in einigen Weidenarten einen chemischen Stoff, den sie Salicin nannten. Salicin wurde allgemein zu dieser Zeit als Fiebermittel bei Erkältungen und bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Doch es dauerte nicht lange, da begann man, den Naturstoff als Acetylsalicylsäure synthetisch herzustellen. So gerieten Weidenrindenextrakte allmählich in Vergessenheit.
Erst in den 60er Jahren besann man sich wieder auf die Heilkräfte der Weidenrinde - nicht zuletzt deshalb, weil Acetylsalicylsäure auch nicht frei von Nebenwirkungen ist. So kann zum Teil der Magen-Darm-Bereich angegriffen werden. Dagegen wird der Naturstoff Salicin erst in der Leber, im Blut und am Wirkort selbst zu seiner wirksamen, schmerzlindernden Form - der Salicylsäure umgewandelt. Somit kommt bei Einnahme des Präparates aus Weidenrindenextrakt die Salicylsäure gar nicht erst mit der empfindlichen Magenschleimhaut in Berührung. Daher ist auch keine Reizung zu erwarten. In seltenen Fällen wird bei der Einnahme eines Präparates aus Weidenrindenextrakt eine allergische Reaktion beobachtet.
Sehr gut verträglich
Darüber hinaus wird die wirksame Salicylsäure nach und nach aus dem Salicin freigesetzt, so dass zwei bis vier Dragees pro Tag einen Rundum-die-Uhr-Effekt erzielen. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Weidenrindenextrakt belegten mittlerweile mehrere wissenschaftliche Untersuchungen und es konnte nachgewiesen werden, dass die Weidenrinde selbst modernen synthetischen Schmerzmitteln ebenbürtig ist.
Was wirkt in der Weidenrinde ?
Weidenarten enthalten eine Stoffgruppe, die Wissenschaftler als Salicylate oder Salicylalkohole bezeichnen. Als Leitwirkstoff gilt bislang das so genannte Salicin. Dieses wird im Körper zur aktiven Salicylsäure umgewandelt. Allerdings kann die gute Wirksamkeit bei rheumatischen Beschwerden nicht allein dem Salicin zugeschrieben werden. Denn Untersuchungen haben ergeben, dass von Salicin selbst zu wenig in das Blut gelangt, um die schmerzlindernde Wirkung zu erklären. Wissenschaftler suchen deswegen nach weiteren schmerzlindernden Substanzen im Weidenbaum. Ein Teeaufguss der Weidenrinde, den Sie in jeder Apotheke erhalten, hilft bei Fieber, Kopfschmerzen und bei rheumatischen Beschwerden.
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