Schnelle Hilfe bei Sportverletzungen

Salbe, Gel oder Spray lindern den Schmerz und lassen Sportverletzungen schneller heilen

Sport ist gesund - eine Binsenweisheit. Doch die Medaille hat leider auch eine Kehrseite: Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland über 1,5 Millionen registrierte Sportunfälle. Oft sind es Zerrungen, Verstauchungen oder Prellungen. Als Folge solcher Verletzungen entzündet sich das lädierte Gewebe, es schwillt an und tut weh. Um diese so genannte posttraumatische Entzündung sowie das Ausmaß von Blutergüssen einzudämmen, gilt es, rasch zu handeln - noch bevor Sie einen Arzt aufsuchen. Je länger die Therapie verzögert wird, desto länger dauert die Heilung. Also: Sofort mit dem Sport aufhören, die geschädigte Stelle mit einem Eiswasserbeutel kühlen, hochlagern sowie mit einer elastischen Binde einen Kompressionsverband anlegen.

Zusätzlich sollten Sie jedoch noch ein schmerz- und entzündungshemmendes (antiphlogistisches) Präparat auftragen: eine Salbe, ein Gel oder ein Spray. Früher wurde zwar manchmal gesagt, die Wirkstoffe aus solchen Mitteln gelangten gar nicht durch die Haut. Das aber ist "schlicht Unfug", sagt Dr. Helmut Pabst, Vizepräsident des bayerischen Sportärzteverbandes. Es sei eindeutig belegt, dass lokal angewandte antientzündliche Substanzen gut wirkten, so Pabst.

Das gelte für alle üblichen Wirkstoffe, sowohl für pflanzliche wie Arnika, Beinwell und das aus Rosskastanien gewonnene Aescin, als auch für synthetische Entzündungs- und Schmerzhemmer, zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac oder Salicylsäureverbindungen. Wie schnell solche Substanzen die Haut durchdringen, hängt nach Angaben des Sportarztes Pabst von der Darreichungsform ab. Bei fetthaltiger Salbe dauere es zwar etwas länger, "Aber dafür kann man sie lange liegen lassen und einen Salbenverband machen." Ein Gel löse sich rascher, sollte von Nichtmedizinern aber besser nicht mit einem Verband verwendet werden, weil der darin enthaltene Alkohol sonst die Haut aufweichen und Irritationen hervorrufen könne. "Das sieht dann aus wie Waschfrauenhaut." Sprays wirkten "wunderbar und sehr schnell". Für Pabst sind sie ideal, wenn bei Sportschäden kein Verband angelegt wird, etwa bei Sehnenscheidenentzündungen am Ellenbogen.

Rasch helfen auch Präparate, die Dimethylsulfoxid (DMSO) enthalten. DMSO ist stark schmerzlindernd und sorgt außerdem dafür, dass andere Stoffe wie Heparin gut durch die Haut gelangen. Heparin wiederum drängt Blutergüsse zurück. Weil es Blutgerinnsel löst, raten manche Ärzte, heparinhaltige Mittel nicht sofort, sondern erst einen Tag nach einem Unfall anzuwenden. Sie befürchten, sonst könnten Blutungen sogar noch verstärkt werden.

Das aber ist nach Angaben von Pabst nicht der Fall. Er jedenfalls habe keine Nachblutungen gesehen. Auch hier gelte: "Je früher, desto besser. Und möglichst hoch dosiert. 30 000 Einheiten Heparin pro 100 Gramm Salbe oder Gel sind das Minimum."