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Einmal zerstörte Zähne lassen sich nicht wieder heilen. Und künstliche sind nie so gut wie das Original. Deshalb bleibt die Vorbeugung vor Zahnschäden das ganze Leben lang wichtig. Die Zähne müssen lebenslang geschützt werden. Bei Kindern und Jugendlichen geht es vor allem darum, Karies vorzubeugen. Ab 35 kommt eine neue Gefahr hinzu: Das Zahnfleisch zieht sich immer mehr zurück, legt die Zahnhälse frei (zum Teil mit der gefürchteten Taschenbildung) und entzündet sich leicht. 90 Prozent der Erwachsenen leiden unter Zahnhalskaries oder Zahnfleischentzündung. Jeder vierte von ihnen klagt über empfindliche Zähne. Bei jedem zweiten 35- bis 44-Jährigen und bei mehr als 70 Prozent der Menschen über 60 ist mindestens ein Zahn von Wurzelkaries befallen. Nur noch 23 von ursprünglich 32 eigenen Zähnen hat der Durchschnittsbürger mit Mitte 50 noch im Mund. Die Lücken füllen Brücken, Implantate und Prothesen, die ebenfalls einer besonderen Pflege bedürfen.
Jedes Alter kennt spezifische Zahnprobleme. Daraus lassen sich konkrete Pflege-Tipps ableiten. Vier Dinge bleiben aber das ganze Leben hindurch wichtig: konsequente Zahnpflege, zahnfreundliche Ernährung, Fluoridzufuhr sowie regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt.
Pflege ab dem ersten Zahn
Die ersten Zähne spielen als Platzhalter für die bleibenden Zähne und bei der Sprachentwicklung des Kindes eine wichtige Rolle. Anfangs genügen ein Wattestäbchen und Wasser. Sobald das Kind Zahnpasta nicht mehr verschluckt, unterstützt ein höchstens erbsengroßer Klecks Kinderzahnpasta (Fluorid-Anteil maximal 0,05 Prozent) die mechanische Reinigung mit der Babyzahnbürste. Selbst putzen können Kinder erst ab etwa drei Jahren. Vorher müssen die Eltern die Zahnpflege übernehmen, aber auch später sind sie gefordert, ihren Nachwuchs anzuleiten, nachzuputzen und den Putzerfolg zu kontrollieren Zusätzlich empfehlen viele Kinderärzte die Einnahme von Fluorid-Tabletten. Die Dosierung der Fluorid-Tabletten richtet sich nach dem Alter des Kindes und dem Fluoridgehalt des Trinkwassers am Wohnort. Spätestens nach dem dritten Geburtstag sollten Eltern außerdem den ersten Termin beim Zahnarzt ausmachen. So gewöhnt sich das Kind frühzeitig daran, regelmäßig zur Kontrolle zum Zahnarzt zu gehen.
Ab 6 Jahren
Schulkinder können die stärker fluoridierte Zahnpasta ihrer Eltern benutzen. Außerdem brauchen sie nun eine etwas größere Kinderzahnbürste (22 mm) mit einem weichen, engen Bürstenfeld (multi-tufted). Beim Zähneputzen ist es wichtig, die Backenzähne hinten im Kiefer nicht zu vergessen, die meist im Grundschulalter durchbrechen und bei mangelnder Pflege besonders kariesanfällig sind. Kinder sollten jetzt auch lernen, welche Nahrungsmittel Karies fördern, dass knackige Kost und langes Kauen beim Essen die Speichelbildung anregen und so die Selbstreinigung der Zähne unterstützen und dass Süßes nur erlaubt ist, wenn anschließend die Zähne gut geputzt werden. Plaque-Färbetabletten machen den Putzerfolg sichtbar: Haften noch irgendwo Zahnbeläge, färben die Tabletten sie an.
Ab 12 Jahren
Mindestens zweimal täglich drei Minuten Zähne putzen, mit rüttelnden, kreisenden Bewegungen die Kauflächen und die Außen- und Innenseite jedes Zahnes säubern. Fast 40 Prozent der Zahnoberfläche liegen jedoch dort, wo man mit der Zahnbürste nicht hinkommt. Diese Putzarbeit zwischen den Zähnen erledigt Zahnseide. Für Anfänger eignet sich ein gewachster Nylonfaden, weil er sich leichter zwischen den Zähnen einfädeln lässt. Für Jugendliche mit fest sitzenden Zahnspangen gibt es Spezialzahnseide. Als Einfädelhilfe ist sie an den Enden verstärkt und besitzt einen flauschigen Mitteltell, der beim Reinigen der Zwischenräume vorsichtig hin und her bewegt wird. Zuckerfreie Kaugummis stimulieren beim Kauen den Speichelfluss und aktivieren so die Selbstreinigung der Mundhöhle. Speichel neutralisiert die von Plaquebakterien gebildeten Säuren und erschwert es Bakterien, an den Zähnen haften zu bleiben.
Ab 35 Jahren
Wird die Plaque nicht regelmäßig entfernt, verhärtet sie zu Zahnstein, der sich zwischen Zahn und Zahnfleisch schiebt und das Zahnfleisch entzündet. Mit zunehmendem Alter geht das Zahnfleisch jährlich um ca. 0,1 Millimeter zurück und lässt erweiterte Zahnzwischenräume frei, für Zahnbelag ist das ein idealer Sammelplatz. Die Zahnfleischentzündung kann sogar auf den Kieferknochen übergreifen und in der Folge das Knochenbett entzünden. Wer bereits erweiterte Zahnzwischenräume hat, tut sich beim Reinigen mit Interdentalbürstchen leichter. Sie kommen wie Zahnseide vor dem Zähneputzen zum Einsatz. Mundduschen spülen Speisereste von den Zähnen und aus den Zahnzwischenräumen. Anhaftende Beläge lassen sich mit dem Wasserstrahl nur entfernen, wenn diese bereits von der Zahnbürste gelockert wurden. Mit einer elektrischen Zahnbürste fällt es übrigens vielen leichter, die Zähne effektiv zu reinigen. Im Erwachsenenalter liegen die Zahnhälse oft frei. Sie sind daher leicht anfällig für Karies, weil dem Zahnbein der harte Zahnschmelz fehlt, und reagieren auch oft sensibel auf kalte, süße oder heiße Reize. Dafür gibt es Spezial-Zahncremes. Sie enthalten Wirkstoffe wie etwa Kaliumnitrat, die die Zahnbeinkanälchen vorübergehend verengen und so das Schmerzsignal abmildern. Fluorid-Gel (nur einmal pro Woche anzuwenden) reagiert direkt mit der Zahnsubstanz, macht sie widerstandsfähiger und verschließt die Zahnbeinkanälchen. Das Wachstum entzündungsfördernder Plaquebakterien wird zusätzlich durch Mundspül-Lösungen gehemmt.
Ab 60 Jahren
Für herausnehmbare Prothesen gibt es spezielle Prothesenbürsten, mit denen auch die Dritten morgens und abends geputzt werden sollten. Zusätzlich ist es sinnvoll, den Zahnersatz einmal täglich mit einem Gebissreiniger zu säubern. Der desinfiziert und entfernt Ablagerungen, die der Zahnbürste entgangen sind. Um die Zwischenräume von Brücken und überkronten Zähnen gründlich zu reinigen, sollte eine Spezial-Zahnseide verwendet werden, die sich leicht einfädeln lässt. Wenn sich die Mundschleimhaut entzündet, lindern Mundgels oder Lösungen mit Lidocain oder Wirkstoffen aus Rhabarber, Salbei oder Kamille die Beschwerden. Gurgeln mit Mundwasser (tropfenweise zum Leitungswasser dazugeben) sorgt für frischen Atem. Unangenehme Gerüche lassen sich auch verhindern, wenn Zungenbelag regelmäßig mit speziellen Zungenbürsten entfernt wird.
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