Fettlöser als Gefahrenquelle ?
 


Tenside helfen Fett in Wasser zu lösen und kommen in vielen Waschmitteln und Haushaltsreinigern vor. Deren Abbauprodukte - hier vor allem Nonylphenole - stehen im Verdacht, für Missbildungen, Fertilitätsstörungen und Krebserkrankungen verantwortlich zu sein und werden daher seit Jahren kritisch beobachtet. Die im Körper östrogenähnlich wirkenden Nonylphenole wurden jedoch auch in verschiedenen Lebensmitteln, darunter in Bioprodukten, Muttermilch und Säuglingsnahrung gefunden. Hormonell wirksame Substanzen wie die Nonylphenole können das fein regulierte Hormonsystem des Körpers stören, besonders in der Frühphase der Embryonalentwicklung. Weltweit werden jährlich ca. 600.000 Tonnen Nonylphenolethoxylate in Form von Tensiden eingesetzt.

Mit einer speziellen Analysemethode können deren Abbauprodukte, die Nonylphenole, in verschiedensten Nahrungsmitteln nachgewiesen werden. In der Vergangenheit wusste man nicht, ob Nonylphenole in Nahrungsmitteln zu finden sind, und wenn ja, welche Menge der Normalverbraucher in Deutschland über Lebensmittel aufnimmt, nicht einmal die Größenordnung war bekannt. Mehr als 60 Lebensmittel wurden auf Nonylphenole untersucht. Nonylphenole kamen in allen untersuchten Nahrungsmittelgruppen vor, besonders hohe Konzentrationen fanden sich in Tomaten und Äpfeln. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass Nonylphenolethoxylate auch bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden.

Aus den durchschnittlichen täglichen Verzehrmengen der einzelnen Lebensmittelgruppen bestimmten die Forscher den "daily intake" und stellten fest, dass der deutsche Normalverbraucher täglich 7,5 Mikrogramm Nonylphenole mit der Nahrung aufnimmt.

Da Säuglinge und Kleinkinder besonders empfindlich auf östrogen-aktive Substanzen reagieren wurden auch Muttermilch, Milchanfangsnahrung und Fertigbreie untersucht und für positiv befunden. Zwischen Bioprodukten und normalen Produkten wurde kein Unterschied gefunden. Etwa 0,2 Mikrogramm Nonylphenole nehmen Säuglinge täglich bei ausschließlicher Ernährung durch die Muttermilch auf; 1,4 Mikrogramm sind es bei Babys, die mit Milchanfangsnahrung ernährt werden.