Schliesst Käse den Magen ?


Feinschmecker beenden ein üppiges Mahl gerne mit einem Stück Käse. Hat der dieser Brauch einen medizinischen Hintergrund?

Nach dem Dessert noch ein Stückchen Rohmilchkäse mit einem Glas guten Wein im Käseland Frankreich krönen Brie und Co. das Menü. Denn Käse soll den Magen schließen. Was ist dran an dem alten Sprichwort?

Bei den Käsesorten mit höherem Fettgehalt ist es denkbar, dass der Magen nach dem Genuss wirklich geschlossen ist. Denn was viel Fett enthält, bleibt lange im Magen liegen, so dass sich das Sättigungsgefühl leichter einstellt. Allerdings würde ein Stück Wurst den gleichen Effekt haben. Doch zwei Gründe sprechen dafür, die Mahlzeit lieber mit einem Stück Käse als mit Salami zu beenden. Das Eiweiß im Käse puffert überschüssige Magensäure ab. Der Puffereffekt ist vor allem nach recht üppigen Mahlzeiten von Vorteil, auf die viele Menschen mit Sodbrennen reagieren.

Der zweite Grund, warum Käse nach dem Essen zu empfehlen ist, hat mit dem Schließen des Magens nichts zu tun: Wissenschaftler fanden in einer Studie heraus, dass Käse den Säuregehalt im Mundspeichel absenkt. Da Säure den Zahnschmelz angreifen und Karies auslösen kann, schützt das Stück Käse die Zähne in gewissem Maße vor Löchern, auch wenn heutzutage besser Zahnbürste oder Zahnpflege Kaugummis diese Aufgabe übernehmen.

Fazit: Der Brauch der Franzosen hat durchaus seine Berechtigung. Allerdings sollten figurbewusste Genießer daran denken, dass der Käse nach dem Essen noch einmal zusätzlich Fett und Kalorien liefert. Wer nach dem Essen zum Käse greift, sollte deshalb bei den vorhergehenden Gängen auf den einen oder anderen Nachschlag verzichten.

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