| Fasten | |
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Fasten hat in vielen Kulturen dieser Welt Tradition. In der Medizin dient es schon lange als Mittel zur Behandlung körperlicher und seelischer Erkrankungen. In der Ganzheitsmedizin hat es auch heute noch seinen festen Platz. Die am weitesten verbreitete Variante ist das Fasten nach Buchinger. Dabei wird nicht einfach drauflosgefastet: Eine gründliche Eingangsuntersuchung durch einen Arzt klärt zunächst, ob der Kandidat überhaupt für eine Weile auf feste Nahrung verzichten darf. Für Menschen mit schweren Gefäßschäden und Herzerkrankungen, bestehendem Krebs, Typ-I-Diabetes oder Magersucht ist Fasten Tabu. Das gilt auch für schwangere und stillende Frauen, gebrechliche alte Menschen sowie Kinder und Jugendliche. Gute Vorbereitung ist wichtig Die Fastenkur nach Buchinger startet mit einem Entlastungstag. Er soll den Stoffwechsel auf die Umstellung vorbereiten. Es gibt dann zum Beispiel Obst, Rohkost oder Apfelreis. Das eigentliche Fasten beginnt am zweiten Tag mit einem Abführmittel - meist Glaubersalz - um den Darm zu entleeren. Dafür besser geeignet, aber nicht unbedingt jedermanns Sache, ist ein Einlauf. Danach steht nur noch Flüssiges auf dem Speiseplan: Täglich alles in allem drei Liter Obstsaft, Mineralwasser, Früchtetee, Gemüsebrühe und Buttermilch. Die Energiebilanz dieser Trinkdiät liegt bei rund 300 Kilokalorien. Genussmittel wie Tabak oder Alkohol sind verpönt. Regelmäßige körperliche Bewegung wie Schwimmen, Radfahren, Gymnastik oder Joggen sollte fester Bestandteil der Fastenkur sein. Für Geist und Seele gibt es Angebote wie Meditationen, Autogenes Training und auch Psychotherapie. Viele Menschen nehmen Angebote zum Fastenwandern wahr. Die frische Luft, die Bewegung und Gespräche mit Gleichgesinnten fördern das körperliche und psychische Wohlergehen. Wohltat für Geist und Körper Die psychischen Effekte des Fastens sind beeindruckend. Während der ersten zwei bis drei Tage beherrschen unangenehme Hungergefühle das Gemüt, verschwinden aber danach bei den meisten Menschen. Die Stimmung hebt sich zuweilen bis hin zur Euphorie. Auslöser für diesen Umschwung ist das serotonerge System. Durch bestimmte Stoffwechselprozesse steigt im Körper die Konzentration von Serotonin - einem so genannten "Glückshormon". Es wurden schon Vergleiche mit Zuständen angestellt, die sonst nur mit Drogen wie Ecstasy oder LSD zu erreichen sind. Diese Wirkung tritt allerdings nur dann auf, wenn ein Mensch freiwillig auf Nahrung verzichtet. Zwingt man ihn dazu, dann fastet er nicht mehr - er hungert. Statt euphorisch wird er aggressiv und depressiv. Der Organismus kurbelt in solchen Situationen zwar auch sein serotoninbildendes System an. Aus Angst vor dem Verhungern, die im Unterbewusstsein verankert ist, setzt er dies aber nicht in schöne Gefühle um, sondern in Stress. Unstrittig ist, dass beim Fasten die Blutfett- und Cholesterinwerte deutlich absinken. Auch ein zu hoher Blutdruck kann sich normalisieren. Fasten bedeutet ohne Frage eine Entlastung für den Körper. Es kann den Einstieg in eine Ernährungsumstellung erleichtern und hat sicher auch positive gesundheitliche Effekte. Hauptziel: bewusster leben In der Frage nach dem therapeutischen Nutzen für bestimmte Erkrankungen gibt es keine einheitliche Meinung. Beispiel Rheuma: Verschiedene Studien belegen, dass Fasten den Betroffenen Besserung bringt. Viele Rheumatologen lehnen es aber mit der Begründung, den ohnehin in aller Regel fehl- und unterernährten Patienten könne man einen Verzicht auf Nahrung nicht zumuten, ab. Bei unterernährten Patienten ist die Krankheit normalerweise bereits sehr weit fortgeschritten. Natürlich macht Fasten dann keinen Sinn mehr. Im Frühstadium hat das Fasten nach Buchinger aber sehr gute Erfolge. Ähnlich das Pro und Contra, wenn es um die Bedeutung des Fastens bei der Behandlung von starkem Übergewicht geht. Hauptsächlich deshalb, weil Schul- und Alternativmedizin Unterschiedliches davon erwarten. Die Naturheilkunde hält das Fasten für sehr hilfreich. Es steht dabei aber weniger die zu erwartende Gewichtsreduktion im Vordergrund. Wichtig sind vielmehr die Prozesse des Bewusstwerdens und die Chance, bessere Bewältigungsmuster für das Problem zu entwickeln. Dauerhaft werden Sie kein Gewicht durch Fasten verlieren. Denn dabei schaltet der Körper auf Sparflamme. Wer danach wieder wie gewohnt isst, legt mehr als die verlorenen Pfunde zu. www.arztnetzberlin.de - Ärzte schnell und komfortabel finden |