Chronische Bronchitis


Die Zerstörung des Lungengewebes vermeiden

Das bisschen Husten kann doch so schlimm nicht sein! Diese Meinung haben viele, wenn sie mit der Diagnose "chronische Bronchitis" konfrontiert werden. Und das sind nicht wenige: Etwa ein Viertel aller Patienten in bundesdeutschen Allgemeinpraxen zeigen Symptome der chronischen Bronchitis wie Husten, Auswurf und Atemnot. Die Erkrankung, die unter Medizinern meist als COPD (chronic obstructive pulmonal disease) abgekürzt wird, ist aber durchaus gefährlich. Denn langfristig geht soviel Lungengewebe verloren, dass der Gasaustausch - also die Sauerstoffaufnahme und die, Kohlendioxidabgabe des Blutes - erheblich vermindert wird. Wenig Sauerstoff im Blut führt zu geringerer körperlicher Leistungsfähigkeit. Bronchitis-Patienten können keine Treppen mehr steigen und sind bei schwerem Verlauf der Erkrankung oft kaum noch fähig, ihre Wohnung zu verlassen. Doch so weit muss es nicht kommen. Das Lungengewebe wird nämlich nicht ständig geschädigt, sondern nur dann, wenn es zu einer Verschlimmerung kommt, zum Beispiel bei einer Erkältung. Leider sind diese Patienten besonders anfällig für Aternwegsinfektionen, weil sie den vermehrt produzierten Schleim nicht richtig aus den Bronchien befördern können. Auf diesem zähen Sekret können sich Keime besonders gut vermehren. Dadurch verstärkt sich die Entzündung und die Bronchien schwellen zu. Die Luft in den Lungenbläschen kann nicht mehr heraus. Allerdings kann noch Luft hereinströmen weil man mit mehr Kraft einatmen als ausatmen kann. So überblähen sich die Lungenbläschen, sie können platzen. Es bleibt danach eine Art Luftsack übrig, der Emphysem genannt wird. Hier wird dann kaum noch Sauerstoff aufgenommen.

Wichtig: Bronchien müssen offen bleiben

Um das Überblähen der Lungenbläschen zu vermeiden, müssen die Bronchien offen gehalten werden. Deshalb verschreiben Ärzte hier hauptsächlich Medikamente, die die Luftkanäle weitstellen, so genannte Bronchodilatatoren. Außerdem ist die Belüftung der Lunge insgesamt wichtig. Denn wird gut durchgeatmet, kann der Schleim besser abtransportiert werden und die Durchblutung verbessert sich. Dies stärkt wiederum die Abwehrkräfte. Aus diesem Grund sollten sich Kranke nicht tagsüber ins Bett legen, denn dort kann nicht richtig durchgeatmet werden.

Abwehr steigern - Erkältungen vermeiden

Bei der Behandlung kommt es darauf an, jede zusätzliche Entzündung zu vermeiden. Das heißt in erster Linie: Rauchen einstellen ! Der Tabakrauch reizt die Bronchialschleimhaut. Zum zweiten: Erkältungen so gut wie möglich aus dem Wege gehen ! Um die Abwehr insgesamt zu steigern, empfiehlt es sich, in der Erkältungsaison Immunstimulantien (zum Beispiel Echinacin-Präparate) zu verwenden. Die zusätzliche Einnahme von Zink- und Vitamin-Präparaten (vor allem Vitamin C), helfen, Erkältungen abzuwenden. Auch die vorbeugende Einnahme von schleimlösenden Mitteln, zum Beispiel Acetylcystein (NAC), kann die Zahl der Krankheitsausbrüche senken. Verflüssigter Schleim wird besser abtransportiert, verstopft nicht mehr die Bronchien und die Patienten können besser durchatmen. Mehrere Studien bestätigten diesen Effekt der NAC-Präparate. Doch Betroffene können noch mehr tun: Wer an chronischer Bronchitis leidet, sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen. Auch gegen einen der häufigsten Erreger von Bronchitis und Lungenentzündungen, die Pneumokokken, kann geimpft werden.

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